[GERMAN – a personal story from Philipe] Von Flügen und Städten (die man nicht vorhatte kennen zu lernen)

Es hätte ja alles so einfach sein könne.

In den Flieger einsteigen. Abheben. Ein bißchen Filme schauen. Für einen Anschlußflug landen. Dann noch einmal das ganze.

…und dann in Brüssel ankommen.

Soweit die Theorie.

Die Praxis erwies sich als abenteuerlicher.
Meine entspannte Phase endete je, wie ich – in Stuttgart gelandet – die Vorzüge der neuen EU Roaming Verordnung auskostete.  Seit 15. Juni diesen Jahres fallen die gleichen Telekommunikationskosten in der EU, wie sie auch für den Vertrag in Österreich gelten, an. Sprich – Schluß mit mühsamen Hotspots suchen um Emails zu synchronisieren!

Somit erfuhr ich bereits im Flieger, daß mein Anschlußflug sich in einen “nicht-existenten” Status konvertiert hat. Sprich – er wurde gecancelled.

Aber alles kein Problem. Laut der freundlichen Stewardess muß ich einfach nur zum Transfer Schalter gehen. Dort wird mir geholfen.

Ich erwähne jetzt nicht extra, daß sich der Transferschalter natürlich am anderen Ende des Flughafens befand. Dort aber angekommen, stellte ich fest, daß dort niemand wartete. Aber unter “niemand” waren leider nicht nur Passagiere gemeint. Sondern auch Bodenpersonal von Eurowings. Sprich. Da war nix los.

Aber kein Problem. Laut dem Email kann man ja die Hotline anrufen und dort wird einem weitergeholfen.

…wenn sie nur funktionieren würde. Anscheinend gab es technische Probleme mit der Telefonleitung und in dem Moment stand niemand telefonisch als Hilfe zur Verfügung.

Somit ist guter Rat teuer. Was tun?

Lena war so nett und hat mich dann von Österreich über Chat unterstützt. Unter anderem versuchte auch sie dann Kontakt mit der Eurowings Hotline auf zu nehmen. Nach einigen Anrufen schaffte sie es dann endlich zu jemanden durchzudringen. Leider half das auch nicht weiter – die Empfehlung war schlichtweg zu dem Bodenpersonal am Stuttgarter Flughafen zu gehen. Diese helfen einem mit allem weiter.

Somit dann also aus dem Transit Bereich hinausgehen – nachdem ich dort bereits 30min verbracht habe und gegrübelt habe, was ich nun tun soll.

Der Eurowings Passagier Service Schalter war dann recht einfach zu finden. Einfach dort, wo die Schlange am längsten war.

Wie ich dann dran war, stellte sich heraus, daß es noch eine Möglichkeit gegeben hätte, am selben Tag nach Brüssel zu kommen. Nämlich mit der AUA nach Wien und von dort im Direktflug nach Brüssel. Tja. Zumindest in der Theorie. Weil mittlerweile war es dann schon so spät, daß ich diesen Flug genau um ca. 10min versäumt hätte.

Aber auch hier alles nicht so schlimm. Das Eurowings Team war sehr hilfsbereit. Es gibt morgen um 06:05 einen Flug von Stuttgart nach Brüssel. Und auf diesen bin ich umgebucht. Und die Hotelkosten werden natürlich auch übernommen. Genauso auch wie die Abendessen und Frühstückskosten. Und 250€ Entschädigung werden auch gezahlt. Also wo ist denn da der Haken?

Tja. Leider war das Hotelkontingent schon erschöpft. Und mir wurde empfohlen einfach direkt zu den Flughafen Hotels hinüber zu wandern. Das (über günstige Rahmenverträge vereinbarte) Kontingent der Eurowings ist zwar erschöpft, aber wenn man als Privatperson hingeht, zahlt man zwar mehr. Aber das ist ja auch egal, weil man den Betrag ja zurück erstattet bekommt. Und man soll sich einfach ein nettes Zimmer nehmen. So mit ein paar Extras. Und feinem Abendessen.

Also Situation gelöst.

Ähem. In der Theorie.

In der Praxis hat der erste Teil zwar so gepaßt. Nur leider war da nix mit freien Zimmern. Irgendwie ist gerade in Stuttgart die Hölle los. Und in Großraum Stuttgart gibt es kaum mehr freie Zimmer. Die Dame an der Rezeption hatte dann zwar Mitleid mit mir und meiner ganzen Geschichte. Und telefonierte dann auch brav herum – aber auch hier gab es leider nur die finale Aussage: am besten selbst im Internet surfen.

Somit dies dann getan. Und dann für äußerst charmante 150€ ein uncharmantes 3-Bett Zimmer in einer Pension in einem Vorort Stuttgarts ergattert. Zumindest einmal eine Bleibe. Mit der Hoffnung, daß dieses Domizil dann auch wirklich von der Fluglinie übernommen wird.

Jetzt im Moment sitze ich gerade im Restaurant Zum Hahnen. Habe gerade ein sehr feines Kabeljau Filet gegessen. Zwei große Bier getrunken. Und warte auf meinen Apfelstrudel.

Das Leben geht weiter. Mit gutem Essen einfach besser so. Mal schauen, ob und wie ich es morgen nach Brüssel schaffe.

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